Unfälle

Woran erkenne ich eine Gehirnerschütterung?

Einmal beim Biken nicht aufgepasst und schon kommt es zum Sturz. Gerade bei Kindern gehören solche „kleinen“ Sportunfälle zum Alltag. Doch nicht selten geht damit eine Gehirnerschütterung einher, ohne dass es die Betroffenen oder Eltern merken. Was sind eindeutige Anzeichen und wann muss man zum Arzt?

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Unser empfindliches Gehirn ist von einer Flüssigkeit umgeben, die Erschütterungen normalerweise abfängt, dem sogenannten Liquor. Ist der Schlag oder Aufprall jedoch stark, stößt das Gehirn gegen die Schädelknochen. Weit über 200.000 Deutsche erleiden so jedes Jahr eine Gehirnerschütterung. Diese Zahl umfasst nur diejenigen, die zum Arzt gehen – die Dunkelziffer ist vermutlich weitaus höher. Oft erkennen die Betroffenen die Symptome einer Gehirnerschütterung nämlich nicht und fahren oder spielen einfach weiter. Die Gefahr dabei: Ein erneuter Unfall erhöht die Wahrscheinlichkeit für lang anhaltende Probleme und ernsthafte Komplikationen.

Mögliche Langzeitfolgen sind ein gestörter Gleichgewichtssinn, langsames Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeitsdefizite. Darüber hinaus drohen langjährige Kopfschmerzen, Schlafstörungen und depressive Symptome wie Antriebsschwäche und Reizbarkeit ebenso ein erhöhtes Risiko für Demenz und Parkinson. Ein weiterer Grund, wieso man einen Arzt aufsuchen sollte, sind etwaige – wenn auch seltene – Hirnblutungen und -schwellungen. Um dies auszuschließen, müssen Betroffene 24 Stunden im Krankenhaus überwacht werden. Erst nach ein bis zwei Tagen kann man nach und nach wieder mehr Aktivitäten aufnehmen. Nach einigen Wochen ist die Gehirnerschütterung in der Regel ausgeheilt. Wann der Patient wieder Sport treiben darf, muss der Arzt individuell entscheiden.

Übrigens: Untersuchungen an verstorbenen Football-Spielern zeigen, dass wiederholte Hirnverletzungen zu einer demenzähnlichen Gehirnerkrankung führen. Zu ihren Lebzeiten waren die Männer oft im Wesen verändert. Sie neigten zu Wutausbrüchen, Depressionen und Vergesslichkeit. Ärzte sprechen von einer sogenannten Chronisch-traumatischen Enzephalopathie

Bewusstlosigkeit ist selten

Doch selbst für Ärzte ist es nicht immer leicht, eine Gehirnerschütterung zu diagnostizieren. Es gibt nämlich nicht die drei typischen Symptome, sondern eine Reihe von möglichen Beschwerden, die von Patienten zu Patienten variieren. Hierzu zählen Kopfschmerzen (sie können auch das alleinige Anzeichen sein), Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Schläfrigkeit, Schwäche, depressive Verstimmungen, Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Nebelgefühl und fehlende Erinnerung. Bewusstlosigkeit ist – anders als die meisten vermuten – eher selten.

Wer sich unsicher ist, ob er eine Gehirnerschütterung hat, kann die App „GET – Gehirn erschüttert?“ nutzen. Sie wurde von Experten der Initiative „Schütz den Kopf“ entwickelt und beinhaltet verschieden Fragen und Tests. Noch besser wäre natürlich ein kurzer Arztbesuch.

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