Frauengesundheit

Wechseljahre: Was passiert im Körper und was hilft wirklich?

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen – jede Frau kommt ab Mitte 40 in die Wechseljahre. Der Körper produziert dann sukzessive weniger Geschlechtshormone in den Eierstöcken. Erst nach rund sieben Jahren hat sich ein neues Gleichgewicht eingependelt. Was passiert in dieser Zeit im Körper und wie wird man den Beschwerden Herr?

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Mit der Pubertät beginnt der Körper, vermehrt weibliche Geschlechtshormone (Östrogene und Gestagene) zu produzieren. Dadurch beginnen die Eizellen zu reifen, die seit der Geburt in den Eierstöcken schlummern. Die Periode stellt sich ein. Mit den Wechseljahren (Klimakterium) nimmt die Produktion der Geschlechtshormone allerdings wieder ab, die Regel wird seltener und bleibt mit circa 51 Jahren ganz aus. Dies kann auch einige Jahre früher oder später der Fall sein.

Die Hormonumstellung bringt die Systeme im Körper ins Wanken, was einige Unannehmlichkeiten mit sich bringen kann: Sehr viele Frauen klagen über Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Oft treten diese selbst nachts auf und rauben den Betroffenen den Schlaf. Schwindel, Kopfschmerzen, generelle Schlafprobleme, ein trockener Intimbereich und Stimmungsschwankungen zählen ebenso zu den typischen Leiden. Ferner können die Regelblutungen sehr stark sein, länger andauern und mit vermehrten Menstruationsbeschwerden wie Reizbarkeit und Brustspannen einhergehen. Besonders belastend für viele Frauen ist die Veränderung ihres Äußeren: Gewichtszunahme, dünnere Haare, Haarausfall, trockene und schlaffe Haut. Verursacht werden all diese Dinge durch den sinkenden Östrogen- und Gestagenspiegel im Blut. Die gute Nachricht: Ein Drittel der Frauen hat kaum Probleme in den Wechseljahren, ein weiteres Drittel klagt über mäßige Beschwerden. Doch dies trifft eben nicht auf alle zu: Ein weiteres Drittel leidet extrem darunter.

Was schafft Linderung?

Frauen mit Wechseljahresbeschwerden sollten versuchen weniger Kaffee und Alkohol konsumieren, insbesondere, um die Hitzewallungen einzudämmen. Auch eine Ernährungsumstellung mit viel Gemüse, Obst und Sojaprodukten sowie Sport und Entspannungsübungen sind empfehlenswert. Wer zu viel Pfunde auf die Waage bringt, dem ist auch mit Abspecken gut geholfen. Ebenso beliebt sind Akupunktur, homöopathische und pflanzliche Präparate wie z. B. Rotklee, Mönchspfeffer oder Traubensilberkerzen. Die Wirkung dieser Präparate ist allerdings wissenschaftlich nicht belegt. Einige Frauen machen damit aber gute Erfahrungen. Eine Ausnahme: Bestimmte Sojapräparate bzw. die darin enthaltenen pflanzlichen Hormone namens Isoflavone überzeugen auch in Studien. Sie können die Beschwerden etwas lindern. 

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Eine Hormonersatztherapie birgt Risiken

Was wirklich gegen Hitzewallungen, Schlafstörungen und Co. hilft, ist eine Hormonersatztherapie. Doch die Nebenwirkungen machen dies nicht wett. Eine Einnahme der Medikamente über Jahre erhöht das Risiko für Herzgefäßerkrankungen, Thrombosen und wohl auch für Brust- und Eierstockkrebs. Es gibt neue Hinweise, dass eine frühzeitige Behandlung etwas besser verträglich ist. Möglichst niedrig dosiert und kurz, lautet jedoch auch hier die Devise. Mittlerweile erwägen Ärzte eine Hormonersatztherapie mit Tabletten, Pflastern oder Hautgelen wegen den starken Nebenwirkungen nur bei hohem Osteoporoserisiko und extremen Beschwerden. Dabei bekommen die Frauen eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen. Generell muss jede Frau die Risiken und aktuellen Beschwerden gegeneinander abwägen und sich gut mit ihrem Frauenarzt besprechen.

Gegen Juckreiz, Trockenheit und Brennen im Intimbereich (und damit einhergehenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr) helfen lokal angewandte Östrogenpräparate mit niedrig dosiertem Estriol. Es gibt Cremes, Zäpfchen, Tabletten oder Vaginalringe. Frauen, die infolge des erschlaffenden Beckenbodens zu Inkontinenz neigen oder aber durch die dünner werdende Schleimhaut öfter Harnwegsinfekte haben, profitieren ebenfalls von der lokalen Anwendung.

Verlust des Östrogenschutz hat Folgen

Die hormonellen Veränderungen sorgen nicht nur vorübergehend für Hitzewallungen und Co., sondern machen die Frauen lebenslang anfälliger für verschiedene Erkrankungen. Das Zahnfleisch entzündet sich leichter und die nachlassende Speichelproduktion fördert Karies, daher ist eine gute Zahnhygiene wichtig. Ein großes Problem zeigt sich auch in den Knochen: Die Knochendichte nimmt ab, da die knochenschützende Funktion der Östrogene verloren geht. Um Osteoporose vorzubeugen, sind eine calciumreiche Ernährung (1.200 Milligramm pro Tag), ausreichend Vitamin D (es wird durch Sonne in der Haut gebildet) und Bewegung jetzt besonders wichtig. Überdies verliert der Körper einen ganz wichtigen Schutzmechanismus, denn die weiblichen Hormone beugen einer Verengung und Verkalkung der Gefäße vor. Entfällt dieser Mechanismus, steigt das Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall. Regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle des Blutdrucks, der Blutwerte und der Gefäße sollten Frauen ab 50 regelmäßig wahrnehmen. 

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