Ratgeber

Was hilft gegen trockene Augen?

Gerötete, brennende und empfindliche Augen kennen viele Menschen. Verstärkt werden die Beschwerden durch stundenlange PC-Arbeit, eine hohe Feinstaubbelastung, trockene Heizungsluft im Winter oder hohe Ozonwerte und eine Klimaanlage im Sommer. Wir zeigen, wieso ein Besuch beim Augenarzt wichtig ist und welche Tricks das Leiden lindern.

© iStock-dimarik

Normalerweise sorgt ein feiner Tränenfilm dafür, dass unsere Augen immer feucht bleiben. „Er benetzt die Augenoberfläche, hält diese glatt und geschmeidig und spült Fremdkörper weg“, erklärt Professor Dr. Frank Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Zudem versorgt er die Hornhaut mit Sauerstoff sowie Nährstoffen und schützt das Auge vor Infektionen, da der Film keimtötende Substanzen aufweist.

Trockene Augen entstehen, wenn das Auge zu wenig Tränen produziert oder aber der dünne Film zu schnell verdunstet. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung des Tränenfilms und die Augenoberfläche wird nicht mehr optimal versorgt. Die Liste der Folgen ist lang: Augenrötung, Fremdkörpergefühl, Brennen, Schleimabsonderung, geschwollene Augenlider etc. „Zusätzlich tritt bei trockenen Augen oft eine Lidrandentzündung auf. Dabei sind die Drüsen im Bereich der Lidränder verstopft, die den Fettanteil der Tränenflüssigkeit produzieren – die Augen trocknen dann noch schneller aus“, berichtet die Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft (DGO).

Künstliche Tränen helfen

Gegen trockene Augen gibt es verschiedene Präparate, die von Person zu Person unterschiedlich vertragen werden. „Frischluft und „künstliche Tränen“ (Tränenersatzmittel) sind in jedem Fall sinnvoll. Augentropfen mit gefäßverengender Wirkung sind dagegen gefährlich“, so die Experten der DOG. Fragen Sie daher am besten Ihren Arzt um Rat. „Träger weicher Kontaktlinsen sollten generell nur Mittel ohne Konservierungsstoffe verwenden, da diese sich in der Kontaktlinse anreichern und dann die Hornhaut schädigen können“, betont Professor Dr. Christian Ohrloff, Mediensprecher der Stiftung Auge. Sind die Beschwerden sehr stark, können auch die Tränenabflusskanäle mit einem kleinen Eingriff verschlossen werden oder eine Kortisonbehandlung nötig sein. 

Oft helfen aber auch schon kleine zusätzliche Maßnahmen:
  • Blinzeln Sie beim Lesen oder am Computer häufiger
  • Lüften Sie mehrmals täglich
  • Wenn die Luftraumfeuchtigkeit gering ist, nutzen Sie einen Befeuchter
  • Wenn Sie im Auto unterwegs sind, richten Sie das Gebläse nicht auf die Augen, drehen Sie es nicht voll auf und stellen Sie es nicht zu heiß an
  • Vermeiden Sie Zugluft
  • Trinken Sie genügend – mindestens zwei Liter Wasser am Tag
  • Setzen Sie sich weder aktiv noch passiv Zigarettenrauch aus
  • Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, befeuchten Sie diese regelmäßig mit unkonservierten Tränenersatzprodukten
  • Achten Sie auf gut verträgliche Kosmetikprodukte

Andere Ursachen

Doch es gibt noch andere ernsthafte Gründe für trockene Augen. Daher raten die Experten der Stiftung Auge bei roten, kratzenden und brennenden Augen in jedem Fall einen Augenarzt aufzusuchen. Neben Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen können unter anderem chronischer Rheumatismus oder entzündliche Gefäßerkrankungen hinter einer mangelhaften Benetzung des Auges stecken. Der Grund: „Die Bindehaut des Auges, die an der Produktion eines Teiles des Tränenfilms beteiligt ist, gehört zu einem komplexen Immunsystem unseres Körpers. Somit gehen viele immunologisch bedingte Erkrankungen mit trockenen Augen einher“, erläutert die DGO. Darüber hinaus können auch verschiedene Medikamente auf Dauer zu trockenen Augen führen. Neben der Pille und Acetylsalicylsäure unter anderem Psychopharmaka, Beta-Blocker, Allergiemittel oder Östrogene.
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