Reisekrankheiten

Thailand, Kuba und Co.: Wer nicht in ein Zika-Virus-Gebiet reisen sollte

Vor einiger Zeit dominierte der Zika-Virus, welcher hauptsächlich über Mücken übertragen wird, die Schlagzeilen. Heute ist es ruhig, um das Thema geworden. Doch heißt das auch, das keine Gefahr mehr droht?

© iStock_Filipovic018

Die Zika-Viren sind in den Tropen und Teilen der Subtropen beheimatet. Übertragen werden die Erreger in erster Linie durch infizierte Mücken, genauer gesagt die Gelbfiebermücken. Doch auch bereits infizierte Menschen können die Viren weitergeben: Etwa über Geschlechtsverkehr (insbesondere in Spermien sind sie lange nachweisbar) oder über eine Bluttransfusion. Daher dürfen Deutsche bis vier Wochen nach einer Reise in Risikoländer kein Blut spenden.

Eine Impfung oder Medikamente gegen eine Zika-Virus-Infektion gibt es bis heute nicht, obwohl Wissenschaftler weltweit daran forschen. Zum Glück verläuft die Krankheit überwiegend problemlos. Die meisten Menschen merken gar nichts davon. Manchmal treten Symptome wie Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautausschlag oder Fieber auf. Nur in wenigen Fällen kommt es zu neurologischen Komplikationen. Dennoch ist mit dem Zika-Virus nicht zu spaßen: Eine Infektion während der Schwangerschaft ist gefährlich. Die Viren können über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden: Fehl- und Frühgeburten sowie Fehlbildungen beim Fötus können die Folge sein. Häufig ist die Gehirnentwicklung der Kinder gestört und sie sind geistig eingeschränkt. Da bei betroffenen Säuglingen der Schädel kleiner ist, als bei gesunden Kindern, spricht man auch von Mikrozephalie. 

Zika-Viren gibt es generell fast in allen tropischen und subtropischen Ländern. Besonders leicht infiziert man sich mit den kleinen Erregern in Gebieten, wo es in der Vergangenheit größere Zika-Virus-Ausbrüche gab. So erkrankten beispielsweise zwischen 2015 und 2017 besonders viele Menschen in Süd- und Mittelamerika. Der Schutz vor Mückenstichen ist dort das A und O: lange Kleidung, Antimückenspray, Moskitonetze.

Was tun bei Kinderwunsch?

So schön ein Thailand- oder Kubaurlaub auch ist – Schwangeren wird offiziell empfohlen, darauf zu verzichten. Das Gleiche gilt für Frauen ebenso wie Männer, die gegenwärtig planen schwanger zu werden, da die Viren  monatelang im Blut aktiv bleiben. Wer dennoch in ein Risikoland reist, sollte während der Dauer verhüten und auch noch mehrere Monate nach der Rückkehr: Frauen zwei Monate und Männer drei. Wenn beide Partner zusammen vereist waren, gilt ebenfalls eine „Wartezeit“ von drei Monaten. Paare, die es mit dem Kinderkriegen sehr eilig haben, können 28 Tage nach ihrer Rückkehr einen Bluttest auf das Virus machen.

Sich ebenfalls von einem Reisemediziner beraten lassen, sollten sich Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems oder schweren chronischen Krankheiten. 

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