Geistige Gesundheit

Senioren: Fitteres Gehirn durch Computerarbeit

Im Alter lässt die Denk- und Merkleistung oft ein bisschen nach. Immer wieder liest man, dass spezielles Gehirntraining diesen Gedächtnisverlust mindern kann. Ob es der kognitiven Gesundheit auch hilft, am Computer zu arbeiten, zu basteln, zu spielen und soziale Kontakte zu haben, untersuchten jetzt US-Forscher.

© iStock-Ridofranz

Einen Arzttermin verschwitzt oder den Hausschlüssel mal wieder verlegt? Senioren haben häufig Schwierigkeiten, sich etwas zu merken. Auch können sie oft komplexe Aufgaben nicht mehr so gut lösen oder Texte nicht richtig verstehen. Ihren Alltag meistern die Betroffenen trotzdem oft noch gut alleine. Von einer sogenannten leichten kognitiven Beeinträchtigung spricht man, wenn die Symptome etwas stärker sind als beim Durchschnitt in diesem Alter. Meist ist die die Symptomatik ein Vorläufer von Demenz zu sein. 

„Derzeit gibt es keine Medikamente, die eine leichte kognitive Beeinträchtigung, Demenz oder Alzheimer wirksam behandeln. Daher wächst das Interesse an Lebensstilfaktoren, die zur Verlangsamung des Alterns des Gehirns beitragen könnten", erklärt Studienautor Yonas Geda von der Mayo-Klinik in Scottsdale, Arizona. „In unserer Studie haben wir genau untersucht, wie oft Menschen im mittleren Alter und in späteren Jahren geistig stimulierende Aktivitäten nachgegangen sind, um herauszufinden, wann solche Aktivitäten für das Gehirn am vorteilhaftesten sind."

Der Lebensstil in früheren Jahren ist entscheidend

Insgesamt 2.000 Probanden über 70 Jahren nahmen an der Studie teil. Zu Beginn beantworteten sie Fragen zu ihren Aktivitäten in der Vergangenheit. Die Forscher interessierte dabei besonders, welche geistig stimulierenden Aktivitäten sie in welchem Alter ausübten. Als mittleres Alter definierten sie die Lebensjahre 50 bis 65 Jahre, als spätes Alter alles ab 66 Jahren. In den folgenden fünf Jahren absolvierten die Senioren alle 15 Monate einen Denk- und Gedächtnistest. 532 der ehemals geistig gesunden Teilnehmer entwickelten in dieser Zeit leichte kognitive Beeinträchtigungen. 

Tatsächlich zeigte die Auswertung der Daten, dass geistig anregende „normale“ Tätigkeiten wie Basteln oder die Arbeit am PC den Gedächtnisverlust im hohen Alter aufhalten oder zumindest verzögern können. Wer im mittleren Alter ein Computer verwendete, reduzierte sein Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen fast um die Hälfte, im späteren Alter waren es immerhin noch 30 Prozent. Auch handwerkliche Tätigkeiten waren im späteren Leben mit einem um 42 Prozent geringerem Risiko verbunden. Gesellschaftliche Aktivitäten wie Kinobesuche, Abende mit Freunden, Kreuzworträtsel und Kartenspielen im mittleren und späteren Alter waren immerhin mit einer Reduktion von 20 Prozent verbunden. 

Wer sein Gehirn richtig auf Trab halten will, sollte am besten mehreren Aktivitäten nachgehen. Denn offenbar gilt das Motto „je mehr, desto besser“. So wiesen Senioren, die drei der untersuchten Tätigkeiten nachgingen fast um die Hälfte seltener Denkprobleme auf als jene, die nur eine Aktivität ausübten. 

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