Nebenwirkungen

Schmerzmittel, Pille und Co.: Schlechte Augen durch Tabletten

Was haben Blutdrucktabletten mit den Augen zu tun? Mehr als viele denken. Eine Reihe von Medikamenten beeinflusst nämlich die Augen. Sie machen sie trocken, lassen einen verschwommen sehen oder führen sogar zu Grauem Star.

© iStock-kwasny221

Augentropfen oder -salben wendet man direkt am Auge an. Hier ist es selbstverständlich, dass sie auf das Sehorgan einwirken. Doch wieso können Tabletten und Co. unser Sehen beeinflussen? Die Wirkstoffe gelangen über den Darm ins Blut und von dort auch zu unseren Augen. Einige Medikamente werden sogar über die Tränenflüssigkeit wieder abgegeben. Diese Flüssigkeit hält nicht nur die Augen feucht, sondern versorgt auch die Hornhaut mit Nährstoffen. Lagern sich dort Wirkstoffe aus Blutdrucksenkern, Betablockern, Schmerzmittel, Antidepressiva, Antibiotika oder Viagra ab, können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:

·         Trockene Augen
·         Verschwommenes oder verschleiertes Sehen
·         Erhöhte Lichtempfindlichkeit
·         Bindehauterkrankungen
·         Hornhautveränderungen
·         Doppelbilder
·         Sehen von Farbhöfen um Lichtquellen
·         Schlechtere Hell-Dunkel-Anpassung
·         Veränderung des Farbsehens

Im Hinterkopf behalten

Darüber hinaus kann die Anti-Baby-Pille zu trockenen, gereizten Augen führen. Dies hängt mit dem veränderten Hormonspiegel zusammen. Augentropfen, die die Netzhaut befeuchten, können helfen. Bei starken Problemen kann ein Umstieg auf ein hormonfreies Verhütungsmittel sinnvoll sein.

Wer neu auftretende Augenbeschwerden – in der Regel auf beiden Augen – hat, sollte also in Erwägung ziehen, ob ein Medikament dahinterstecken könnte. Ein Blick auf den Beipackzettel oder ein Arztbesuch geben Klarheit. Die gute Nachricht: Die Symptome sind in der Regel nur vorrübergehend und verschwinden bei Absetzten des Medikaments nach einer gewissen Zeit wieder.

Bleibende Schäden nicht ausgeschlossen

Doch einige Arzneimittel können zu dauerhaftem Schaden führen. Wenn die Augen sehr empfindlich gegenüber UV-Licht werden (Photosensibilisierung), sollte man am besten eine Sonnenbrille tragen, sonst droht eine Makuladegeneration (Netzhauterkrankung) oder Grauer Star (Linsentrübung). 

Ebenfalls kritisch ist Kortison. Sowohl wenn es über Tabletten und Salben über das Blut ins Auge gelangt, als auch wenn man Salben oder Tropfen direkt im Auge aufträgt. Generell gilt: Je höher die Dosis und länger die Anwendung, desto kritischer. Denn Kortison kann Grauen Star, Augeninfektionen sowie bei empfindlichen Personen die Erhöhung des Augeninnendrucks (Grüner Star) begünstigen. Wer über einen längeren Zeitraum Kortison verwendet, sollte sich vorsorglich alle drei bis sechs Monate beim Augenarzt durchchecken lassen. 

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