Körper und Geist

Schlafstörungen? Das könnten die Ursachen sein

Millionen Deutsche kennen das Problem: Sie können nicht einschlafen, wachen nachts oft auf oder sind um drei Uhr morgens schon munter. Schlafstörungen zehren an den Nerven und schaden auf Dauer der Psyche. Doch wieso können viele Menschen so schlecht schlafen?

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Schlafstörungen haben nicht die eine Ursache, sondern können durch viele Faktoren hervorgerufen werden. Nicht selten ist einfach die Umgebung schuld: Lärm, helles Licht, zu warme Raumtemperaturen oder aber langes Fernsehen kurz vor dem Schlafengehen und das ständig blinkende Smartphone auf dem Nachttisch. Ein weiterer häufiger Grund ist Stress. Wer zum Beispiel in der Prüfungsphase oder in einer Beziehungskrise steckt, grübelt viel und kann sich nicht mehr richtig entspannen. Das Problem: Auch wenn die stressige Phase vorbei ist, können die Schlafstörungen bleiben. Die Angst vor einer schlechten Nacht beherrscht zunehmend den Alltag. Sobald man sich hinlegt, spannt der Körper sich an und lässt einen erst recht nicht schlafen. Es ist ein Teufelskreis.

Wenn die Psyche verrücktspielt

Darüber hinaus können aber auch körperliche Erkrankungen wie Schlafapnoe (kurze Atemaussetzer), Schmerzen oder Restless Legs (unruhige Beine) für einen schlechten Schlaf verantwortlich sein. Noch häufiger allerdings gehen die Schlafstörungen mit psychischen Erkrankungen einher. Insbesondere Menschen mit Depressionen und Angststörungen rauben sie die erholsame Nachtruhe. „Ungefähr zwei von drei Patienten, die in eine Schlafklinik überwiesen werden, leiden parallel an einer Störung der Psyche“, berichten Wissenschaftler um Jan Deussing vom Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie. In solchen Fällen ist eine Psychotherapie und oder die Gabe von Psychopharmaka sinnvoll. 

Doch wieso sind psychische Störungen so eng mit Schlafproblemen verknüpft? Um den Zusammenhang besser zu verstehen, nahmen die Forscher ein bestimmtes Gen genauer unter die Lupe. Frühere Studien hatten gezeigt, dass eine bestimmte Variante davon bei der Entstehung von Depressionen und Angststörungen eine Rolle spielt. Um die Wirkung zu veranschaulichen, tauschten die Wissenschaftler bei Mäusen die Genvariante gegen das „normale“ Gen aus. Das Ergebnis: Die Mäuse hatten Schlafstörungen und waren empfindlicher gegenüber Stress. Dasselbe Problem konnten Forscher auch beim Menschen nachweisen. So scheint diese Genvariante sowohl den Schlaf als auch den Gemütszustand zu beeinträchtigen.

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Burger, Pommes und Co. 

Neben Umwelteinflüssen, Stress und Krankheiten kann aber auch ein ungesunder Lebensstil z. B. wenig Sport oder Alkoholkonsum den Schlaf stören. Und das gilt auch für eine falsche Ernährung: Inwiefern Übergewicht bei Jugendlichen den Schlaf im späteren Leben beeinflusst, untersuchten Mayumi Kimura und ihre Kollegen, ebenfalls vom MPI für Psychiatrie. Sie fütterten junge Mäuse vorübergehend mit einer hochkalorischen Diät und erforschten, wie diese später als Erwachsene schliefen. Es zeigte sich, dass die kurze Phase der Ernährungsumstellung während der Pubertät schon ausreichte, um tiefgreifende Veränderungen im Schlaf hervorzurufen – und zwar lebenslang. 

Auf der Suche nach den zugrundeliegenden Mechanismen stellte das Team fest, dass die Mäuse, die hochkalorische Nahrung bekommen hatten, eine Störung im Serotoninhaushalt aufwiesen. Serotonin ist ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und die Stimmung hebt. Zudem wird das ebenfalls für den Schlaf wichtige Melatonin aus Serotonin gebildet. „Die vorliegende Arbeit zeigt, dass Adipositas während der Pubertät zu anhaltend fehlregulierten Mustern von Schlaf und Wachheit führt“, so das Fazit der Studienautoren.

Wann zum Arzt?

Wer kurzzeitig nicht gut schläft, muss sich keine Sorgen machen. Der Körper hat genug Reserven, um diese Zeit gut zu überbrücken. Wenn die Schlafprobleme jedoch über einen Monat andauern und man dadurch auch am Tag müde, erschöpft und leistungsschwach ist, sollte man einen Arzt aufsuchen. Denn Schlafstörungen können leicht chronisch werden, also ein Dauerzustand. Auf das Leben der Betroffenen hat das immense Auswirkungen. Denn ein guter Schlaf ist lebenswichtig: In dieser Zeit erholt und regeneriert sich der Körper und das Gehirn. Dinge, die wir am Tag erlebt und gelernt haben, werden verarbeitet, das Immunsystem gestärkt und Heilungsprozesse aktiviert. Menschen mit chronischem Schlafmangel sind daher nicht nur ständig müde, sie können sich auch weniger merken und fangen sich leichter Infekte ein. Zudem verlieren viele die Lebenslust und werden depressiv

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