Schlaf

Schlafprobleme: Nicht der Kaffee am Abend ist das Übel

Ein Kaffee nach dem Abendessen? Die meisten Menschen lehnen dies wie selbstverständlich ab – sie wollen ja gut schlafen. Die wenigsten wissen jedoch, dass es andere Schlafräuber gibt, deren Wachmacherwirkung wesentlich stärker ist.

© iStock-OcusFocus

Schlafprobleme sind keine Seltenheit: Die einen können gar nicht erst einschlafen, die anderen wachen ständig auf und kommen am Morgen einfach nicht aus dem Bett. Die Ursachen können körperlicher wie seelischer Natur sein. Vor allem ein turbulenter Alltag und psychische Belastungen wie Arbeitsdruck, Prüfungen oder familiäre Auseinandersetzungen stecken oft hinter der nächtlichen Unruhe. Um den ohnehin schon unruhigen Schlaf nicht zu gefährden, verzichten viele bereits mehrere Stunden vor dem Zubettgehen auf den geliebten Kaffee.

Bei anderen Genussmitteln wie einem Glas Rotwein zum Abendessen oder einer Zigarette um 21 Uhr machen sie sich weniger Leute Gedanken. Doch haben vielleicht gerade diese Angewohnheiten einen negativen Effekt auf unsere Schlummerphase? Christine Spadola und ihre Kollegen von der Florida Atlantic University wollten das genauer wissen und verglichen die Auswirkung von Kaffee, Alkohol und Nikotin auf den Schlaf.

Schlaftrunken durch Alkohol?

Fast 800 Teilnehmer protokollierten dafür eine Woche lang, ob sie vier Stunden vor dem Zubettgehen noch einen Kaffee oder Drink zu sich nahmen oder rauchten. Am folgenden Tag notierten sie, wie sie geschlafen haben und wie sie sich fühlen. Ein elektronisches Gerät am Handgelenk zeichnete zudem die Schlafdauer, Aktivität und Wachphasen auf.

Das Ergebnis überrascht: Kurzfristig mag Alkohol am Abend den Schlaf zwar fördern, auf die ganze Nacht gesehen, raubt er aber den Schlaf. Je weniger Zeit zwischen dem Drink und Zubettgehen lag, umso leichter war der Schlaf der Probanden. Sie erholten sich nicht gut von den Strapazen des Vortags. 

Ein weiterer Grund, mit dem Rauchen aufzuhören

Als noch problematischer erwiesen sich Zigaretten. Jene, die in den vier Stunden vor dem Schlafen noch rauchten, waren nachts lange wach und schliefen sehr unruhig. „Nikotin ist ein Stimulans und kann den Schlaf durch die Störung von schlafbezogenen Neurotransmittern sowie durch den Nikotinentzug, der während des Schlafens auftritt, stören“, schreiben die Forscher. Besonders anfällig für Nikotin scheinen Menschen zu sein, die ohnehin schon mit Schlafproblemen kämpfen. Fast eine Dreiviertelstunde Schlafzeit verlieren sie durch abendliche Zigaretten. Die gute Nachricht: Kaffee am Abend stellte kein Problem dar.

Mal eine Nacht zu wenig Schlaf steckt der Körper weg. Häuft sich dies, hat das jedoch gravierende Folgen. Man kann sich schlecht konzentrieren, ist gereizt und fängt sich leichter Infekte ein. Überdies fördert Schlafmangel Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs.

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