Superfood

Obst als Fleischersatz: Was kann die tropische Jackfrucht?

Hierzulande sorgt die tropische Jackfrucht größtenteils noch für Verwirrung. Kaum einer kennt den Namen und nur wenige sind schon in den Genuss der großen runden Frucht gekommen. Dabei ist sie nicht nur eine natürliche Süßigkeit, die nach Banane, Ananas und Karamell schmeckt, sondern kann auch als Fleischersatz dienen.

© iStock-supit_ch

Der Name Jackfrucht leitet sich vom malaysischen Wort chakka ab, welches mit rund übersetzt werden kann. Bekannt ist das Obst auch unter den Namen Jakobsfrucht, Jackfruit oder Jaca. Jackfrucht ist ein wahrer Gigant. Sie ist die größte Baumfrucht weltweit und wächst zu einem großen, runden Gebilde heran. Eine reife Frucht kann einen Durchmesser von circa 20 Zentimeter und eine Länge von bis zu 90 Zentimeter erreichen. Sie hat außerdem ein stattliches Gewicht: 15 Kilogramm bringt sie im reifen Zustand auf die Waage.
 
Das süße Fruchtfleisch der Jackfrucht ist von einer harten Schale umgeben, die mit stachligen Noppen besetzt ist. Zunächst ist die Schale der Frucht grünlich und gibt einen milchigen, klebrigen Saft ab. Im Laufe des Reifeprozesses wird sie zunehmend gelber und verliert ihre klebrige Oberfläche. Die Reife kann daran erkannt werden, dass sich die Schale leicht eindrücken lässt und die Frucht intensiv süß riecht. Das Innere der Frucht enthält das köstliche Fruchtfleisch. Generell werden zwei Sorten unterschieden. Zum einen gibt es die weiche Jackfrucht (Jaca mole) mit sehr saftigem Fleisch, zum anderen kennt man die harte Jackfrucht (Jaca dura) mit festem Fruchtfleisch.

Herkunft

Die Jackfrucht ist in Indien beheimatet. Von Seefahrern wurde sie später nach Brasilien importiert. Heute werden die Bäume in vielen verschiedenen tropischen Regionen weltweit angebaut. Zu den wichtigsten Anbauländern gehören Sri Lanka, China, Burma, Thailand, Indonesien, Brasilien und Kenia. Jackfrucht hat sich einen Namen auf dem ganzen Globus gemacht und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 180 bis 200 Tage wächst die Frucht direkt am Baumstamm. Dort kann sie auch noch in einer Höhe von bis zu 25 Metern gedeihen. Bis zu 30 Früchte kann ein einzelner Baum jährlich tragen. Je nach Standort und Region werden die Früchte zu unterschiedlichen Zeiten geerntet. Geschmacklich erinnert das Obst an eine Kombination aus Banane, Ananas und Karamell. 

© iStock-lovelyday12

Verwendung

Die weiche Jackfrucht kann sehr einfach von Hand geöffnet werden. Bei der harten Sorte ist es empfehlenswert, die Schale mit einem Messer zu öffnen und anschließend die Frucht aufzureißen. Das verwendete Messer sollte mit Pflanzenöl eingerieben werden, um sich vor dem klebrigen Saft zu schützen. Jackfrucht kann natürlich pur verzehrt werden. Sie überzeugt durch ihren süßen, tropischen Geschmack. Das ist aber nicht alles! Im Gegensatz zu anderen Früchten, können auch tolle Gerichte kreiert werden, wenn die Jaca gekocht, gebraten, gedünstet oder gegrillt wird. Das Fruchtfleisch ist eine gute Basis, um beispielsweise Püree, Kuchen, Sorbet, Eis, Smoothies, Pudding, Saft, Likör oder Sirup herzustellen. Auch in getrockneter Form ist der Exot ein köstlicher Snack für Zwischendurch. 
 
In Deutschland findet man die seltene Frucht in asiatischen Supermärkten, auf großen Wochenmärkten wie dem Viktualienmarkt in München oder im Internet. Die Früchte werden in der Regel aus Sri Lanka bezogen. Das reife Obst gibt es auch in verarbeiteter Form: sie wird dann geschält, entkernt, geschnitten und schonend getrocknet. Die getrockneten Streifen kommen komplett ohne Zuckerzusätze und weitere Zutaten aus. Die tropische Frucht schmeckt auch nach der Trocknung intensiv aromatisch und verleiht Speisen das gewisse Extra. Neben den süßen Zubereitungsmöglichkeiten, kann das unreife Fruchtfleisch als Fleischersatz verwendet werden. 
 
Die Konsistenz ähnelt in diesem Zustand der von Hühnerbrust. Besonders für Vegetarier und Veganer aber auch für alle experimentierfreudigen Köche ist Jaca eine echt Alternative zu tierischem Fleisch. Das unreife Fruchtfleisch kann einfach in einer Pfanne angebraten werden und je nach Belieben gewürzt und zubereitet werden. Egal, ob man sich für eine süße oder herzhafte Zubereitung der Jackfrucht entscheidet, die Frucht aus den Tropen ist einen Geschmackstest definitiv wert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Immer müde? Diese Tipps könnten helfen
26.09.2018

Immer müde? Diese Tipps könnten helfen

Alkoholsucht: Woran erkennt man, ob jemand trinkt?
07.09.2018

Alkoholsucht: Woran erkennt man, ob jemand trinkt?

Alkohol in Speisen: Wie gefährlich sind schon kleine Mengen?
07.09.2018

Alkohol in Speisen: Wie gefährlich sind schon kleine Mengen?

Warum Diabetiker häufiger zum Zahnarzt sollten
06.09.2018

Warum Diabetiker häufiger zum Zahnarzt sollten

Glutamat: Ist Geschmacksverstärker gesundheitsschädlich?
02.08.2018

Glutamat: Ist Geschmacksverstärker gesundheitsschädlich?

Was ist gesünder: Superfoods oder altbewährte Nahrungsmittel?
01.08.2018

Was ist gesünder: Superfoods oder altbewährte Nahrungsmittel?

Schlank in den Sommer: Diese 10 Tipps helfen nachhaltig
27.07.2018

Schlank in den Sommer: Diese 10 Tipps helfen nachhaltig

Krebserregende Grill-Dämpfe durchdringen die Haut
09.07.2018

Krebserregende Grill-Dämpfe durchdringen die Haut

Zehn Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit
21.06.2018

Zehn Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit

Grüner Tee hält das Gehirn fit
19.06.2018

Grüner Tee hält das Gehirn fit

Milch: Ist ihr schlechter Ruf berechtigt?
01.06.2018

Milch: Ist ihr schlechter Ruf berechtigt?

Kann Müsli Arthritis und Osteoporose aufhalten?
24.05.2018

Kann Müsli Arthritis und Osteoporose aufhalten?

Vegane Kita: Wie kritisch ist rein pflanzliche Ernährung für Kinder?
17.05.2018

Vegane Kita: Wie kritisch ist rein pflanzliche Ernährung für Kinder?

Kann mich eine Grapefruit töten?
23.03.2018

Kann mich eine Grapefruit töten?

Superfood: Fälschungen sind keine Seltenheit
19.03.2018

Superfood: Fälschungen sind keine Seltenheit

Was Spargel so besonders macht
12.03.2018

Was Spargel so besonders macht