Krankheit

Müde und matt? Dahinter könnte das Pfeiffersche Drüsenfieber stecken

Über 90 Prozent der Deutschen hatten bereits Pfeiffersches Drüsenfieber. Doch die wenigsten wissen davon. Oft ist die Krankheit schnell überstanden und teils sogar symptomlos. Aber ebenso kann sie einen auch Monate lang alle Kräfte rauben, deswegen sollten Sie diese Symptome kennen.

© iStock-demaerre

Ausgelöst wird das Pfeiffersche Drüsenfieber durch einen Herpesvirus. Dieses gelangt in der Regel über den Speichel von einer Person zur anderen. Der Hauptübertragungsweg ist das Küssen, daher stammt auch der Name Kusskrankheit. Bis die ersten Symptome nach einer Infektion auftreten, kann es zwei bis acht Wochen dauern. Das Tückische: Schon in dieser Zeit können sich andere bei dem scheinbar gesunden Patienten anstecken. Zuerst befallen die Viren die Zellen der Nasen- und Mundschleimhaut, später wandern sie vom Rachenraum über das Blut unter anderem in die Lymphknoten, Milz und Mandeln.

Fast jeder Erwachsene in Europa hatte schon einmal Pfeiffersches Drüsenfieber – einige bewusst, viele unbewusst. Dies liegt daran, dass insbesondere kleine Kinder, welche sich bei den Eltern angesteckt haben, häufig nur leichte erkältungsähnliche Symptome zeigen, die schnell wieder verschwinden. Anders ist dies allerdings bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, hier kann die Krankheit heftig und langwierig sein.

Welche Symptome sind typisch?

Zu den ersten Anzeichen zählen Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Halsweh und Schluckbeschwerden. Ferner ist die Temperaturen phasenweise leicht erhöht und die Patienten klagen über starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Nach kurzer Zeit kommt häufig eine Mandelentzündung mit weißlich-grauem Belag hinzu und die Lymphkoten schwellen an. Dies ist besonders im Nacken und Halsbereich aber auch in der Leiste und unter den Armen der Fall. Im weiteren Verlauf vergrößert sich bei den meisten Patienten zudem die Milz. Dies kann gefährlich sein, da sie in solch einem Zustand sehr empfindlich ist und zum Beispiel bei Kontaktsport wie Fußball einreißen und lebensgefährlich bluten kann. Seltener nimmt auch die Leber an Größe zu oder die Betroffenen plagt ein juckender Hautauschlag. 

Nach ein paar Wochen verschwinden die Symptome meist wieder, doch circa zehn Prozent der Betroffenen haben noch nach einem halben Jahr Beschwerden: Sie sind ständig müde und matt. Wie alle Herpes-Viren bleibt auch das Epstein-Barr-Virus, welches hinter dem Pfeifferschen Drüsenfieber steckt, lebenslang im Körper, doch im Normalfall löst es keine Krankheit mehr aus, kann jedoch an andere Personen zum Beispiel die eigenen Kinder weitergegeben werden. Die typischen Überträger sind allerdings frisch infizierte Menschen.

Ruhe, Ruhe und noch mehr Ruhe

Stellt der Arzt die Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber, heißt die Empfehlung in erster Linie Schlafen, Ausruhen und keine körperlichen Anstrengungen – und das für mindestens sechs Wochen. Schmerztabletten können zusätzlich helfen die Kopf- und Gliederschmerzen sowie das Fieber zu lindern. Bei schwerer Erkrankung kommen auch Kortison oder auch Medikamente mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Ganciclovir infrage, welche die Vermehrung der Viren hemmen. 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Immer müde? Diese Tipps könnten helfen
25.06.2020

Immer müde? Diese Tipps könnten helfen

Zehn Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit
23.06.2020

Zehn Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit

Grüner Tee hält das Gehirn fit
19.06.2020

Grüner Tee hält das Gehirn fit

Welche gesundheitlichen Gefahren bergen Piercings?
18.06.2020

Welche gesundheitlichen Gefahren bergen Piercings?

Was uns Mediziner verschweigen
13.06.2020

Was uns Mediziner verschweigen

Schlaganfall: Wieso jede Minute zählt!
13.06.2020

Schlaganfall: Wieso jede Minute zählt!

Was sich beim Tourette-Syndrom im Gehirn abspielt
10.06.2020

Was sich beim Tourette-Syndrom im Gehirn abspielt

Hirntumor erkennen: Welche Symptome sind typisch?
08.06.2020

Hirntumor erkennen: Welche Symptome sind typisch?

Chronische Schmerzen: Was dahintersteckt und was hilft
04.06.2020

Chronische Schmerzen: Was dahintersteckt und was hilft

Milch: Ist ihr schlechter Ruf berechtigt?
01.06.2020

Milch: Ist ihr schlechter Ruf berechtigt?

Multiple Sklerose: Eine unheilbare Krankheit?
30.05.2020

Multiple Sklerose: Eine unheilbare Krankheit?

Was passiert bei einem Sonnenbrand?
27.05.2020

Was passiert bei einem Sonnenbrand?

Akupunktur: So lindern die Nadeln Schmerzen, Übelkeit und Co.
25.05.2020

Akupunktur: So lindern die Nadeln Schmerzen, Übelkeit und Co.

Warum es so schwierig ist, richtig zu essen
18.05.2020

Warum es so schwierig ist, richtig zu essen

Mit diesen einfachen Tipps senken Sie effektiv Ihren Blutdruck
16.05.2020

Mit diesen einfachen Tipps senken Sie effektiv Ihren Blutdruck

Können positive Gedanken Krankheiten heilen?
15.05.2020

Können positive Gedanken Krankheiten heilen?