Pflanzliche Arzneimittel

Lavendelöl: Hilft das Pflanzenpräparat wirklich gegen Angstzustände?

Ein kleines Stoffsäckchen mit getrocknetem Lavendel unterm Kopfkissen ist eine alte Tradition. Es soll beruhigen und Ängste lindern. Heute preist die Werbung Kapseln mit Lavendelöl bei Angstzuständen an. Ob diese wirklich wirken, haben Forscher überprüft.

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Das Team um Siegfried Kasper von der medizinischen Universität Wien analysierte dazu mehrere Studien. Diese liefen bis zu zehn Wochen und verglichen Probanden, die Lavendel einnahmen mit einer Gruppe, die nur ein Scheinmedikament bekam (Placebo). Dabei interessierte die Forscher vor allem wie sich die Angst, Schlafqualität, Unruhe und die depressiven Symptome unter der täglichen Einnahme von 80 bis 160 Milligramm Lavendelöl in Form von Kapseln.

Das Ergebnis: Schon nach zwei Wochen konnten die Tabletten bei Patienten mit unterschwelliger Angst und generalisierter Angststörung eine Linderung erzielen. Bei Letzteren war der Erfolg vergleichbar mit der Einnahme von Antidepressiva/Anxiolytikum wie Paroxetin und Lorazepam. „Darüber hinaus hatten die Lavendelkapseln positive Auswirkungen auf die typischen Begleitsymptome von Angststörungen wie Schlafstörungen, somatische Beschwerden, begleitende Depression oder verminderte Lebensqualität“, berichten Kasper und seine Kollegen.

Kaum Nebenwirkungen

Im Gegensatz zu synthetischen Medikamenten hatte das rein pflanzliche Lavendelpräparat kaum Nebenwirkungen. Einige Probanden hatten leichte Magenverstimmungen und einen Hautausschlag, dafür waren die Patienten tagsüber nicht schläfrig, standen nicht neben sich, konnten alle anderen Medikamente ohne Wechselwirkung weiter einnehmen und hatten nach dem Absetzten keine Entzugserscheinungen.

Ständige Sorgen und Unruhe, Bauchschmerzen, Verspannungen, Traurigkeit, Schlafprobleme – Angststörrungen machen sich auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar. Wichtig ist es, auf sein Gefühl zu hören und die Symptome ernst zu nehmen. Ein Besuch beim Arzt hilft dabei, nach den Ursachen zu forschen und über eine Behandlung zu sprechen. Wartet man zu lange, besteht die Gefahr, dass die Ängste chronisch werden und andere psychische Probleme wie Alkoholmissbrauch hinzukommen. Sind die Beschwerden sehr stark, ist meist eine ambulante Psychotherapie oder ein stationärer Aufenthalt anzuraten. Als Medikamente stehen Standard-Anxiolytika wie selektive Serotonin-Aufnahmeinhibitoren (SSRI) (z. B. Paroxetin) oder Benzodiazepinen (z. B. Lorazepam) zu Verfügung, die jedoch Nebenwirkungen haben. 

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