Krebsvorsorge

Kein Müsli, keine Kiwi: Dies müssen Sie vor einer Darmspiegelung beachten

Eine Darmspiegelung kann Leben retten. Ab dem Alter von 55 Jahren – bei familiärem Risiko oder Beschwerden wie Blut im Stuhl bereits früher – sollte man die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Sie ist schmerzlos und birgt kaum Nebenwirkungen. Für einen reibungslosen Ablauf ist bei der Vorbereitung jedoch einiges zu beachten.

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Nur wenn der Darm ganz leer und sauber ist, hat der Arzt eine gute Sicht auf die Schleimhaut und kann gutartige Polypen, die Vorstufe von Darmkrebs, oder bereits entartete Geschwüre erkennen und entfernen. Dies ist der Grund, wieso man vor der Untersuchung stets abführen muss und einige Dinge schon mehrere Tage vorher nicht mehr essen und trinken darf. Und so funktioniert das Ganze …

Einige Tage vor der Darmspiegelung müssen Sie in der Arztpraxis eine Abführtrinklösung abholen. Diese wird mit zwei bis drei Liter Wasser verdünnt und am Nachmittag vor dem Untersuchungstag sowie am Morgen der Darmspiegelung getrunken – je nach Hersteller unterscheidet sich die exakte Einnahme. Nach einigen Stunden tritt die Wirkung ein und Sie müssen auf die Toilette – ein WC sollte die ganze Zeit in der Nähe sein. Dabei verlieren Sie automatisch viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Um dies auszugleichen, trinken Sie viel klare Flüssigkeiten wie Tee oder stilles Wasser.

Was darf ich am Vortag noch essen und trinken?

Damit der Darm auch wirklich sauber wird, ist am Vortag der Untersuchung nur noch ein leicht verdauliches Frühstück, wie ein weißes Brötchen mit magerer Wurst erlaubt. Mittags eignet sich eine klare Brühe oder ein Joghurt. Ab circa zwei Uhr dürfen Sie nichts mehr essen. Auch beim Trinken gibt es Einschränkungen: Am Vortag sind ab dem späten Mittag nur noch helle, klare Getränke erlaubt: heller Tee wie Kamille, verdünnter Apfelsaft ohne Fruchtfleisch oder klare Brühe. Tabu sind unter anderem Kaffee, roter Traubensaft, Cola, Eistee, Milch, schwarzer und grüner Tee, da sie die Darmwand verfärben können. Am Tag der Untersuchung gibt es nur noch ein bis zwei Gläser stilles Wasser.

Eine Vollkornsemmel mit Körnern ist schon Tage vorher tabu

Da Lebensmittel unterschiedlich verdaut werden – einige zersetzt der Körper rasch, andere verweilen Tage im Verdauungstrakt oder werden gar nicht verdaut – sollten Sie folgendes beachten: Essen Sie bereits drei Tage vor der Darmspiegelung nur noch leicht verdauliche, nicht blähende Kost wie mageres Fleisch, Nudeln, weißer Reis, Ei, Weißbrot mit Wurst oder Kartoffeln. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst, die aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehaltes ansonsten als gesund gelten, sind jetzt zu meiden.

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Das Gleiche gilt für Kerne, Körner, Samen etc., denn diese setzten sich gerne in der Darmschleimhaut fest und stören die Sicht. Zudem können sie das Endoskop verstopfen. Infolgedessen sind unter anderem Mohn, Flohsamen, Kiwis, Sesam, Trauben, Müsli, Blaubeeren, Kleie, Gurken, Erdbeermarmelade, Vollkornbrot und Tomaten schon vier bis sieben Tage vor der Untersuchung zu meiden. Kräuter bleiben ebenso besser im Schrank.

Darf ich meine Medikamente nehmen?

Überdies ist bei der Medikamenteneinnahme einiges zu beachten. Die meisten Arzneien dürfen Sie wie gewohnt einnehmen. Durch das Abführen können jedoch einige Medikamente wie die Pille nicht ihre volle Wirkung entfalten. Berichten Sie daher Ihrem Arzt im Vorgespräch, welche Tabletten Sie einnehmen. Bei jeder Darmspiegelung besteht das Risiko, dass die Darmschleimhaut blutet, insbesondere wenn der Arzt Polypen entfernt. Aus diesem Grund muss man blutverdünnende Mittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Heparin schon eine Woche vorher absetzen. Sprechen Sie dies aber immer vorher ab, denn eventuell stellt der Arzt Ihre Medikamente um.

Egal wie lästig das Abführen ist, Fakt ist: „Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen wie bei Darmkrebs“, betont die Felix Burda Stiftung, welche durch verschiedene Kampagnen das Thema seit Jahren in die Öffentlichkeit trägt. Vor allem wer noch nie bei einer Darmspiegelung war, hat viele Fragen „Wer übernimmt die Kosten?“, „Wie lange dauert die Untersuchung?“, Dr. med. Martin Held, Spezialistin auf dem Gebiet der Gastroenterologie, hat die wichtigsten Fragen beantwortet. Ausführliche Informationen zum Darmkrebs finden Sie auch bei der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), welche sich sehr für das Thema einsetzt.
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