Knochen und Gelenke

Kann Müsli Arthritis und Osteoporose aufhalten?

Vollkornbrot, Haferflocken und Gemüse sind reich an Ballaststoffen. Den Pflanzenfasern wird eine Reihe positiver Eigenschaften nachgesagt, sogar die Knochen soll es stärken und chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen lindern. Wie kann das sein?

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Ballaststoffe sind unverdaulich und werden großteils wieder ausgeschieden. Dennoch empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) pro Tag mindestens 30 Gramm davon zu essen. Das sind in etwa 100 Gramm Kichererbsen, 200 Gramm Kohl und vier Scheiben Vollkornbrot. Neben Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse sind auch Obst und Nüsse gute Ballaststoffquellen. Wieso aber ist die ausreichende Zufuhr so wichtig? 

Die pflanzlichen Fasern bieten einige Vorteile für den Körper: Sie sättigen lange, binden Wasser im Darm und quellen dort auf, sodass sie den Stuhlgang erleichtern. Doch in Zusammenarbeit mit den Darmbakterien haben Ballaststoffe noch einiges mehr zu bieten: Sie regulieren die Blutzuckerwerte, senken die Blutfettwerte, helfen Cholesterin auszuscheiden, schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Darmkrebs und Stoffwechselstörungen wie Diabetes Typ 2.

Zwei Kilogramm Bakterien leben im Darm 

Jetzt haben Forscher um Dr. Mario Zaiss von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) eine weitere positive Wirkung von faserreicher Kost festgestellt: Sie stärkt die Knochen und lindert chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis. Die Erklärung: Die Ballaststoffe veränderrn die Darmflora – die Bakterien bilden mehr kurzkettige Fettsäuren, vor allem Propionat. Diese beeinflussen das Immunsystem und wirken entzündungshemmend. „Jene Fettsäuren sind unter anderem in der Gelenkflüssigkeit zu finden und man nimmt an, dass sie einen wichtigen Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit der Gelenke haben“, berichtet die FAU. Auch konnten die Forscher eine erhöhte Konzentration der kurzkettigen Fettsäure unter anderem im Knochenmark nachweisen. Dort bewirkte das Propionat, dass sich die Zahl der knochenabbauenden Zellen verringerte und sich so auch der Verschleiß deutlich verlangsamte.

Ballaststoffe gehören auf jeden Speiseplan

„Unsere Erkenntnisse bieten einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung innovativer Therapien bei entzündlichen Gelenkerkrankungen sowie für die Behandlung von Osteoporose, die häufig bei Frauen nach der Menopause auftritt“, sagt Zaiss. 

Eine konkrete Empfehlung für eine bakterienfreundliche Ernährung können die Forscher allerdings noch nicht geben. Aber ein morgendliches Müsli mit Vollkornhaferflocken und getrockneten Früchten sowie ausreichend Obst und Gemüse täglich helfe, einen artenreichen Bakterienmix aufrechtzuerhalten. 

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