Gesunder Schlaf

Kann man seinen Schlafmangel am Wochenende ausgleichen?

Jeder weiß, dass zu wenig Schlaf ungesund ist. Doch unter der Woche genug Schlaf zu bekommen, ist gerade im Berufsalltag schwierig. Ideal wäre es, die verlorenen Stunden am Wochenende nachzuholen. Doch zeigt das Wirkung?

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Mindesten sieben Stunden Schlaf braucht ein Erwachsener pro Nacht, so lautet die Empfehlung der National Health Foundation. Doch oft schafft man dies nicht. Sei es, weil man länger in der Arbeit sein muss, der beste Freund Geburtstag feiert oder einfach, weil die TV-Serie so spannend ist. Das Problem: Wer zu wenig schläft bekommt mit der Zeit gesundheitliche Probleme. 

Denn wenn wir im Schlaf ruhen, arbeitet unser Körper weiter: Im Gehirn werden die Informationen vom Tag verarbeitet und gespeichert. Die Zellen regenerieren sich und das Immunsystem wird optimiert. Wer über einen längeren Zeitraum zu wenig schläft, wird leichter krank, altert schneller, kann sich schlechter konzentrieren und neigt unter anderem zu Übergewicht, Diabetes sowie Depressionen. Zudem deuten mehrere Studien daraufhin, dass Menschen, die wenig schlafen, eher sterben.

Fünf, sieben oder gar neun Stunden Schlaf?

Praktisch wäre es, wenn man den Schlafmangel unter der Woche am Wochenende einfach nachholen könnte. Ob das funktioniert, untersuchte nun ein Team von internationalen Schlafforschern um Professor Torbjörn Åkerstedt von der Universität Stockholm. Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler 13 Jahre lang die Schlaf- und Lebensgewohnheiten von knapp 44.000 Schweden beobachtet und vermerkt, welche von ihnen starben. Andere Faktoren wie sportliche Aktivität, Alkohol- und Zigarettenkonsum sowie Übergewicht der Probanden bezogen sie in die Berechnung mit ein. Als angemessene Schlafdauer verwendeten die Forscher sieben Stunden. 

Das Team kam zu dem Ergebnis, dass ein dauerhafter Schlaf von fünf Stunden oder weniger bei unter 65-Jährigen den Körper stark belastet und einen frühen Tod begünstigt. Anders war dies, wenn die Probanden an ihren freien Tagen extra lange schliefen und so ihre 49 Stunden pro Woche (sieben mal sieben Stunden) erreichten. Übrigens: Die Probanden, die übermäßig viel schliefen, schnitten ebenfalls schlecht ab. Für ältere Menschen über 65 Jahren scheint die Schlafdauer unwichtiger. Hier konnten die Forscher weder mit einer kurzen noch mit einer langen Schlafzeit ein erhöhtes Sterberisiko feststellen.

Schlafstörungen sind keine Seltenheit

Nicht immer ist Zeitmangel der Grund für wenig Schlaf. Millionen Deutsche leiden an einer Schlafstörung. Sie können abends nicht einschlafen, wachen nachts oft auf oder sind frühmorgens schon munter – und das über Monate. Die Ursachen sind individuell verschieden. Oft ist einfach die Umgebung nicht optimal: das Licht zu hell, die Temperatur zu heiß oder die Geräusche vor der Haustür zu laut. Ebenfalls häufig bereitet einem Stress zum Beispiel in der Arbeit oder in der Prüfungsphase schlaflose Nächte. Meditation oder Achtsamkeitstraining können hier helfen. Schwieriger wird es, wenn körperliche oder psychische Krankheiten dahinterstecken wie Schlafapnoe (kurze Atemaussetzer), Schmerzen, Restless Legs (unruhige Beine), Depressionen oder Angststörungen. In diesem Fall ist es ratsam mit einem Arzt über die Probleme zu sprechen. 

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