Krankheiten

Hörverlust: Rauchen schädigt dem Gehör

Hörsturz, Lärmschäden, Entzündungen oder einfach nur ein großer Pfropfen Ohrschmalz – ein neu auftretender Hörverlust kann zahlreiche Ursachen haben. Jetzt zeigt eine Studie, dass auch Rauchen diese Gefahr deutlich erhöht. Noch ein Grund auf Zigaretten zu verzichten?

© iStock-hitmanphoto

Tabakrauch beinhaltet Nikotin, Teerstoffe, Kohlenmonoxide und viele weitere chemische Substanzen. Ein Großteil dieser Stoffe schadet der Lunge und den Gefäßen. Doch dem nicht genug: Rauchen zieht offenbar auch das Gehör in Mitleidenschaft. Jede täglich gerauchte Zigarette erhöht die Gefahr, einen Hörverlust zu erleiden, so das Ergebnis einer aktuellen Studie

Hierfür haben Forscher um Dr. Huanhua Hu vom Japan National Center für globale Gesundheit und Medizin über 50.000 Probanden zwischen 20 und 64 Jahren acht Jahre lang begleitet. Regelmäßig unterzogen sich die Teilnehmer Hörtests und machten Angaben zu ihrem Lebensstil und Rauchgewohnheiten. Die Auswertung der gesammelten Daten zeigt, wie schädlich der Rauch für die Ohren ist: Das Risiko, einen Hörverlust zu erleiden, war bei den Rauchern je nach Frequenzbereich um das 1,2 bis 1,6-fache höher als bei Nichtrauchern. Dabei stieg die Gefahr mit der Anzahl der pro Tag konsumierten Zigaretten.

Risikofaktor Rauchen

"Mit der hohen Stichprobengröße, der langen Nachbeobachtungsphase und der objektiven Bewertung des Hörverlusts liefert unsere Studie starke Beweise dafür, dass Rauchen ein unabhängiger Risikofaktor für einen Hörverlust ist", so Dr. Hu. Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit einer Tabakkontrolle, um so die Entwicklung von Hörverlusten zu verhindern oder zumindest zu verzögern, ergänzt die Wissenschaftlerin.

Die gute Nachricht für alle, die es schaffen mit dem Rauchen aufzuhören: „Das mit dem Rauchen verbundene übermäßige Risiko für Hörverlust verschwindet nach dem Aufhören relativ schnell“, so schreiben die Studienautoren.

Handeln und nicht warten

Egal welche Ursache hinter dem neuen Hörverlust steckt, er ist immer ein Warnzeichen und ein Grund für einen Arztbesuch. Oft kann nur eine rasche Behandlung das Gehör vollkommen regenerieren. Zudem verlernt das Gehirn die Verarbeitung der Signale, wenn der Hörverlust länger andauert. 

Hörverlust ist verbreiteter als man denkt. Allein rund 300.000 Deutsche erleiden pro Jahr einen sogenannten Hörsturz. Die Betroffenen hören meist plötzlich auf einem Ohr schlecht oder gar nicht mehr. Hinzukommen können Ohrgeräusche, ein Gefühl von Watte auf den Ohren, ein unangenehmer Druck und Schwindel. Was genau den Hörsturz verursacht, ist bisher nicht geklärt. Experten vermuten unter anderem, dass eine Durchblutungsstörung der Haarzellen dahintersteckt, welche essentiell für die Reizübertragung sind. 

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