Krankheiten

Hörsturz: Wenn es plötzlich still wird!

Wer plötzlich auf einem Ohr schlechter oder auch gar nicht mehr hört, sollte einen Arzt aufsuchen, um bleibende Schäden vorzubeugen. Tritt der Hörverlust ohne direkten Grund auf, spricht man von einem Hörsturz. Doch was versteht man genau darunter und wie wird er behandelt?

© iStock-BrianAJackson

Bis zu 300.000 Deutsche erleiden jedes Jahr einen Hörsturz – meist im Alter von 40 bis 60 Jahren. Aber es kann auch Jüngere treffen. Ohne direkte Ursache hören Betroffene plötzlich schlechter oder gar nicht mehr. Hinzukommen können: ein Gefühl von Druck und Watte im Ohr, Tinnitus sowie Schwindel. Auch kann sich die Ohrmuschel pelzig anfühlen. 

Meist ist nur eine Seite betroffen, sehr selten aber auch beide. Nicht von einem Hörsturz sprechen Mediziner, wenn eine direkte Ursache z.B. ein Tumor, eine Infektion oder ein Knalltrauma für den akuten Hörverlust verantwortlich ist.

Die wahren Gründe sind noch unerforscht

Was genau den Hörsturz verursacht, ist bisher nicht geklärt. Experten vermuten unter anderem, dass eine Durchblutungsstörung der Haarzellen dahintersteckt, welche essentiell für die Reizübertragung sind. Auch diskutiert werden Entzündungen im Innenohr und Autoimmunerkrankungen. Oft tritt der Hörsturz in sehr stressigen Situationen auf, z.B. wenn man unter großer Arbeitsbelastung steht – bei Burnout-Patienten ist der Hörsturz wie auch der Tinnitus ein häufiges Begleitsymptom. Generell sollte man daher versuchen nicht unter Dauerstress zu stehen und abseits des Arbeits- und Familienalltags auch zur Ruhe zu kommen. Achtsamkeitstraining oder Meditation können helfen, die Seele in Einklang zu bringen und so auch akute Belastungssituationen besser zu bewerkstelligen. Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Hörsturz und Stress gibt es allerdings nicht.

Welche Therapien gibt es?

Die Unklarheit über die Ursache des Hörsturzes macht auch die Therapie schwierig. Ist der Hörverlust gering, kann man in Absprache mit dem Arzt einige Tage abwarten, ob sich das Gehör wieder erholt. In allen anderen Fällen ist eine sofortige Behandlung anzuraten, denn dann stehen die Chancen besser, dass sich das Ohr vollständig regeneriert. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, die eine, allen überlegene, Therapie gibt es bisher jedoch nicht. 

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie empfiehlt die hochdosierte Glukokortikoidgabe. Sie werden entweder als Tabletten oder Infusion verabreicht und wirken entzündungshemmend, abschwellend und wirken auf das Immunsystem. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Behandlungsoptionen wie die hyperbare Sauerstofftherapie, Vitamin-C-Infusionen oder Medikamente, die die Durchblutung verbessern sollen (Rheologika). Über deren Wirksamkeit streiten sich allerdings die Experten und es gibt auch hier keine klare Studienlage. Aus diesem Grund übernehmen die Krankenkassen in der Regel auch nicht die Kosten. 

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