Krebs

Hirntumor erkennen: Welche Symptome sind typisch?

Dass in unserem Gehirn ein Tumor wuchern kann, darüber denken viele lieber nicht nach. Zum Glück ist dies selten, eine frühe Erkennung allerdings für den Behandlungserfolg wichtig. Doch welche Symptome weisen auf einen Hirntumor hin?

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Jährlich bekommen circa 7.000 Menschen in Deutschland die Diagnose bösartiger Hirntumor – die Patienten sind meist bereits über 60 Jahre. Damit ist diese Krebsform insgesamt relativ selten. Wenn man allerdings nur Kinder betrachtet, sehen die Zahlen anders aus. Ungefähr jeder vierte Krebs ist bei ihnen ein Hirntumor. 

Insgesamt unterscheiden Mediziner nach Ort, Gewebe und Form zwischen 150 Tumorarten des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Zusätzlich werden die Wucherungen in vier Klassen eingeteilt: gutartig, noch gutartig, bereits bösartig und bösartig. Die Prognose variiert stark. In der Mehrheit der Fälle sind die Tumore zum Glück gutartig.

Ursachen und Behandlung

Ein Großteil der Wucherungen entwickelt sich aus dem Stützgewebe des Hirns. Darüber hinaus können sie in der Hirnhaut, der Hirnanhangsdrüsen, den Hirnnerven und anderen Zellen entstehen. Was das unkontrollierte Zellwachstum im Gehirn verursacht, ist bis heute nicht geklärt. Es scheint jedoch, dass anders als bei anderen Krebsarten Rauchen und Alkohol keine direkte Einwirkung haben. Und das Umweltgifte, Handy- oder normale Röntgenstrahlen dafür verantwortlich sind, ist nicht belegbar. Bekannt ist allerdings das eine Strahlentherapie (z.B. bei Leukämie) das Risiko für einen Hirntumor erhöht. Wird ein Tumor entdeckt, stehen heute verschiedene Therapien zur Verfügung: Operationen (kommen häufig zum Einsatz), Strahlen- oder/und Chemotherapie. Welche Behandlung infrage kommt, ist vom Gewebetyp und Fortschreiten des Tumors abhängig.

Symptome erkennen

Wie bei allen Krebsformen ist eine frühzeitige Erkennung wichtig für den Behandlungserfolg. Doch dies ist oft schwierig, denn viele Gehirntumore verursachen Monate bis Jahre keine oder unspezifische Beschwerden.

Mögliche Symptome sind folgende:
  • Neu auftretende Kopfschmerzen. Diese treten oft nachts und früh morgens auf; besonders im Liegen.
  • (Morgendliche) Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel und Bewusstseinsverlust
  • Lähmungserscheinungen, Sprach-, Gleichgewichts- und Gefühlsstörungen sowie andere neurologische Auffälligkeiten
  • Schlechteres Gedächtnis und Verständnis
  • Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen
  • Krampfanfälle und Zuckungen
  • Hormonale Störungen wie Ausbleiben der Periode
  • Sehstörungen
Diese Beschwerden können auftreten, da der Tumor viel Raum einnimmt und andere Strukturen verdrängt und ihre Funktionen stört. Zudem erhöht sich dadurch oft der Druck im Schädel, was unter anderem zu Kopfschmerzen oder Übelkeit führen kann. Manchmal wachsen die entarteten Zellen in das umliegende Gewebe ein und zerstören es. Je nach betroffener Region und Struktur unterscheiden sich die Symptome. 

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Ein Tumor, der Hormone bildet

Eine Besonderheit sind die Hirnanhangsdrüsentumore, welche Hormone produzieren und so den ganzen Körper beeinflussen. Das meist gutartige Prolaktinom beispielsweise sondert das Hormon Prolaktin ab. Es dient normalerweise dazu, dass Frauen nach der Geburt Milch geben und die Eierstockfunktion heruntergefahren wird. Bei Frauen mit diesem Tumor bleibt oft die Periode aus und sie können nicht schwanger werden. Bei Männern kommt es unter anderem zu Libidoverlust und Impotenz. 

Ebenfalls ein Hormon produzierender Hirntumor steckt hinter der sogenannten Akromegalie. Die Betroffenen haben mehr Wachstumshormone im Blut. Wenn dies bereits im Kindesalter der Fall ist, werden die Kinder sehr groß. Ältere Patienten erscheinen eher kräftig und schwitzen leicht. Auch wenn ein Tumor im Gehirn Cortisol produziert nehmen die Betroffenen an Gewicht zu, allerdings nicht an Beinen und Armen. Oft haben sie Hamsterbäckchen und ein Vollmondgesicht. Zudem leiden sie unter anderem an Blutergüssen, Verlust der Muskelkraft, schlechter Stimmung, Diabetes, Bluthochdruck und Osteoporose

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