Erste Hilfe

Herzstillstand: Wissen Sie, was zu tun ist?

Es kann immer und überall passieren, plötzlich bricht jemand zusammen und bleibt bewusstlos liegen. Die Person hat einen Herzstillstand. Jetzt zählt jede Minute: Reanimieren kann Leben retten. Einen Erste Hilfekurs haben die meisten schon einmal gemacht, doch oft ist die Erinnerung daran nur noch vage und einiges ist bereits überholt. Frischen Sie Ihr Wissen nochmal auf!

© iStock-Chalabala

65.000 Menschen sterben allein in Deutschland jedes Jahr an einem plötzlichen Herzstillstand. Das Herz der Betroffenen hört von der einen auf die andere Sekunde auf zuschlagen. Manchmal zuckt es noch leicht. Bereits nach zehn Sekunden verliert der Patient sein Bewusstsein. Das Problem: Wenn unser Pumporgan ausfällt, sinkt der Blutdruck auf Null und die Organe werden nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Besonders dramatisch ist dies für das Gehirn: Mit jeder Minute sterben mehr Gehirnzellen ab und die Überlebenschance sinkt.

Doch viele Todesfälle könnten vermieden werden, wenn Ersthelfer sofort eingreifen und wissen, was zu tun ist. Nach Absetzen des Notrufs muss umgehend eine Herzdruckmassage folgen, denn nur so wird das rasche Absterben der Gehirnzellen verhindert (Time is brain = Zeit ist Gehirn). „Je früher mit der Herzdruckmassage begonnen und ohne Unterbrechung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgesetzt wird, desto weniger Gehirnzellen sterben ab. Unterbleibt dagegen die Herzdruckmassage länger als zehn Minuten, ist dies mit dem Überleben ohne schwerste Hirnschäden nicht mehr vereinbar“, erklären die Experten der Deutschen Herzstiftung.

Doch wie funktioniert die Herzdruckmassage nochmal?

Damit Sie optimal für den Ernstfall vorbereitet sind, hier eine Anleitung zur Reanimation: 

  • Wenn jemand vor Ihnen zusammenbricht, prüfen Sie, ob er bewusstlos ist. Sprechen Sie ihn an und schütteln Sie ihn an den Schultern. 
  • Als nächstes prüfen Sie, ob der Patient unnormal atmet oder auch gar nicht mehr. Dazu den Kopf überstrecken und dann hören und fühlen. „Schnappatmung und Röcheln sind keine normale Atmung, sondern typisch für erste Phase des Herzstillstandes“, betont die Deutsche Herzstiftung.
  • Setzen Sie einen Notruf unter 112 ab. Nennen Sie Ihren Namen, die genaue Adresse des Notfalls und beschreiben Sie kurz die Situation.
  • Zeigt die Person keine Reaktion, muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Hierzu legt man die Person am besten auf eine harte Unterlage wie den Boden anstatt auf das Sofa.
  • Knien Sie sich neben den Patienten und legen Sie Ihre Handballen auf die Mitte des Brustkorbs zwischen die Brustwarzen. Legen Sie die zweite Hand dabei auf die erste. Nun drücken Sie mit durchgestreckten Armen das Brustbein tief (mindestens fünf Zentimeter) in Richtung Wirbelsäule, dann entlasten Sie kurz. Der Rhythmus muss schnell sein: 100- bis 120-mal pro Minute, ähnlich dem Takt des Songs „Stayin Alive“.
  • Wichtig: „Wird dieser Blutkreislauf unterbrochen, beispielsweise durch eine Mund-zu-Mund-Beatmung, kommt es sofort zum Absterben tausender Gehirnzellen, bis hin zum Gehirntod. Deshalb gilt für die Wiederbelebung durch Laien: Kontinuierliche Herzdruckmassage bis das Rettungsteam da ist und keine Beatmung!“, betont die Deutsche Herzstiftung.
  • Falls noch weitere Personen vor Ort sind und bekannt ist, dass es in der Nähe einen Defibrillator gibt – zum Beispiel in der Sparkasse, Gemeinde oder am Bahnhof – sollte dieser von weiteren Helfern geholt und umgehend eingesetzt werden. Nach dem Einschalten sagt eine Stimme, was zu tun ist. Sogar beim Anbringen des Defibrillators sollte die Herzdruckmassage möglichst nicht unterbrochen werden. „Einzige Ausnahme: Wenn bei dem Patienten ein Defibrillator angelegt wurde, darf für die Sekunden der EKG-Analyse und Schockabgabe der Patient nicht berührt werden“, so die Deutsche Herzstiftung.

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