Krankheiten

Hantavirus: Warum Staubwischen nicht ganz ungefährlich ist

Wer den Dachboden aufräumt oder das Holz im Garten umschichtet, atmet den aufgewirbelten Staub ein, kommt mit Dreck und auch mit Mäusekot in Kontakt. Dies kann zu einer schweren Infektion führen. Wie kann man sich schützen?

© istock-KatarzynaBialasiewicz

Viele der in Deutschland lebenden Rötel- und Brandmäuse tragen Hantaviren in sich. Selbst daran erkranken die kleinen Nager nicht – der Mensch aber schon. Durch einen Biss aber auch durch den Speichel, Kot oder Urin, der bei Reinigungs- und Aufräumarbeiten aufgewirbelt wird, kann man sich infizieren. Die Viren sind relativ stabil und überleben auch für Monate in der Umwelt. Im Schnitt dauert es zwei bis vier Wochen bis sich die ersten Krankheitssymptome zeigen.

Grippe oder Hantavirus?

„Der Hantavirus verläuft zunächst grippeähnlich, mit über drei bis vier Tage anhaltendem hohen Fieber (über 38 Grad Celsius) sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen“, berichtet das Robert-Koch-Institut. Es folgen Schmerzen, Durchfall, Erbrechen, Blutdruckabfall und schließlich Nierenfunktionsstörungen – im schlimmsten Fall versagen die Nieren. Zu sichtbaren äußeren Blutungen kommt es durch die Viren, die in Deutschland vorkommen, selten. Ein spezielles Medikament gegen den Hantavirus gibt es bisher nicht. Bei schweren Fällen ist ein Aufenthalt im Krankenhaus und eine Dialyse nötig.

Mehrere hundert bis tausende Hantavirusinfektionen werden jedes Jahr in Deutschland dem Gesundheitsamt von Ärzten gemeldet – sie sind meldepflichtig. Da jedoch ein Großteil der Erkrankungen sehr mild verläuft und die Betroffenen nichts von ihrer Infektion wissen, ist die Dunkelziffer wohl deutlich höher. Das Risiko, sich den gefährlichen Virus einzufangen, variiert: „Erhöhte Gefahr, sich zu infizieren, droht im Frühsommer und in waldreichen Gebieten sowie nach „fetten Jahren“ für die Rötelmaus“, berichtet die Goethe-Universität Frankfurt am Main. Besonders zahlreich sind die Mäuse, wenn sie viel zu fressen hatten (Bucheckern, Eicheln und Kastanien) und die Temperaturen ihnen zusprachen. Und auch auf ganz Deutschland gesehen ist die Gefahr unterschiedlich: Gehäuft tritt der Hantavirus in Baden-Württemberg und den angrenzenden Gebieten in Bayern und Nord-Rheinwestfallen auf. Eine aktuelle Karte findet sich auf der Seite des Landesgesundheitsamt Baden-Württembergs.

© Stock-CreativeNature_nl

So kann man sich schützen

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo jeder auch mal seinen Keller, Schuppen oder Dachboden aufräumen muss. Diese Tipps helfen, eine Infektion mit dem Hantavirus zu vermeiden:
  • Vor der Arbeit mindestens 30 Minuten lüften.
  • Staub, Dreck und Mäuseköttel erst mit einem Reinigungsspray anfeuchten bevor man sie wegwischt – so werden die Erreger nicht aufgewirbelt.
  • Eine Atemschutzmaske tragen, um den Dreck und Kot nicht einzuatmen.
  • Einmal-Handschuhe tragen, denn auch über kleine Wunden kann man sich mit dem Virus infizieren.
  • Keinen Staubsauger benutzen, er verteilt die Erreger über die Abluft im Raum.
  • Tote Nager vor dem Entsorgen mit Reiniger befeuchten und sie dann mit Handschuhen in eine Plastiktüte geben und diese separat in den Hausmüll werfen.
Generell ist es der beste Schutz, die Nager von vornherein fernzuhalten. Daher sollte man Lebensmittel immer geschlossen lagern, Tierfutter nicht über Nacht stehen lassen, verschließbare Mülleimer verwenden, keine Essensreste auf den Kompost verwerfen sowie Ritzen und Fugen abdichten.

Übrigens: Der Name Hantavirus leitet sich vom Fluss Hantangang in Korea ab. Dort steckten sich während des Koreakriegs über 3.000 Soldaten mit der lebensbedrohlichen Infektion an. Die koreanische Form der Viren führte zu starken inneren und äußeren Blutungen. 

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