Geistige Gesundheit

Grüner Tee hält das Gehirn fit

In Asien zählt er zu den beliebtesten Getränken: Grüntee. Wir täten gut daran, den leicht herb schmeckenden Tee auch öfters zu trinken. Denn er soll unter anderem vor Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen schützen. Und sogar dem Gedächtnis kommt er zugute.

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Grüner Tee hat lange Tradition – seit 5.000 Jahren trinken ihn die Chinesen. Er ist nicht nur lecker, sondern auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Schon länger vermuten Forscher, dass der Tee die geistige Gesundheit verbessert. Jetzt hat eine große Übersichtsstudie von Liu Xueying und seine Kollegen von der Universität in Tianjin dies bestätigt: Menschen, die viel Grünen Tee tranken, litten seltener unter Störungen der Denkleistung wie Demenz oder Alzheimer. Dabei gilt: 100 Milliliter pro Tag mehr Tee reduzierten das Risiko um sechs Prozent, 300 Milliliter mehr um 19 Prozent und ein halber Liter um 29 Prozent. 

Doch wieso schützt der Grüntee vor Gedächtniseinbüßungen? Die Forscher vermuten, dass hier unter anderem die sekundären Pflanzenstoffe namens Polyphenole – insbesondere Catechin – eine entscheidende Rolle spielen. Sie bewahren uns vor oxidativen Stress, also freien Radikale. Und die im Tee vorkommende Aminosäure L-Theanin soll die Nervenzellen schützen. In Kombination mit Koffein macht die Aminosäure uns zudem aufmerksamer. Generell zeigen frühere Studien, dass Koffein die Hirnfunktion fördert.

Nicht jede Teesorte schützt das Gehirn

Die Forscher untersuchten auch die Wirkung von Schwarztee und Oolong-Tee, einer Zwischenstufe von Grünem und Schwarzen Tee, auf das Gehirn. Es zeigte sich jedoch keine positive Wirkung. „Dies kann daran liegen, da andere Inhaltsstoffe enthalten sind. So ist zum Beispiel der Gehalt an Catechin in Grünem Tee am höchsten“, schreiben die Studienautoren. Darüber hinaus enthält Grüner Tee Ascorbinsäure, welche Alzheimer vorbeugen soll. Und selbst gegen Bluthochdruck und somit vor möglichen Störungen im Gehirn durch Arterienverkalkung soll Grüner Tee wappnen. 

Grüntee, Schwarztee oder Oolong-Tee – alle basieren auf den Blättern des gleichen Teestrauches. Für die Produktion von Schwarztee werden die Blätter 24 Stunden in die Sonne gelegt. Die verwelkten Blätter werden dann eine halbe Stunde gerollt, um die ätherischen Öle freizusetzen. Danach folgt die Oxidation bei 90 prozentiger Luftfeuchtigkeit und 22 Grad Celsius. Hierbei reagiert der Zellsaft mit Sauerstoff und bestimmte Inhalts- und Aromastoffe werden umgewandelt. Den Oolong-Tee setzt man nur kurz dem Oxidationsprozess aus und bei Grüntee entfällt der letzte Schritt. Er wird nach dem Verwelken nur kurz erhitzt und gerollt. 

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