Hausarbeit

Giftige Dämpfe: So schädlich sind Putzmittel

Allzweck-, Bad- und Glasreiniger – fast jeder Haushalt hat eine ganze Sammlung von Reinigungsmitteln. Doch die wenigsten machen sich über deren gesundheitsschädliche Wirkung Gedanken. Dabei leiden beim Putzen besonders die Atemwege. Wir zeigen, von welchen Reinigern man lieber die Finger lassen sollte und welche guten Alternativen es gibt.

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Rund 220.000 Tonnen Haushaltsreiniger verbrauchen die Deutschen dem Umweltbundesamt zufolge jährlich. Die Liste der Inhaltsstoffe ist meist lang: Tenside, Duftstoffe, Bleichmittel, Natriumcarbonat, Alkalien, organische und anorganische Säuren, Lösemittel und Farbstoffe. Und das ist nur ein kleiner Auszug der Substanzen. Besonders viel Chemie steckt oft in den sogenannten „Kraftreinigern“, die Kalk, Eingebranntes sowie hartnäckigen Schmutz im Nu entfernen sollen. Doch teils sind diese Mittel so aggressiv, dass sie nicht nur die zu säubernde Oberfläche angreifen, sondern auch unsere Gesundheit. Nicht umsonst arbeiten erfahrene Putz- oder Hausfrauen nur mit Handschuhen und auch die Augen sollten stets vor Spritzern geschützt werden.

Und nicht nur äußerlich können Reinigungsmittel schaden: Ätherische Öle etwa, die gerne als Duftkomponente eingesetzt werden, können Allergien auslösen und die Atemwege reizen. Vor allem Menschen mit Asthma merken dies schnell. Doch dem nicht genug: Einige Substanzen stehen auch in Verdacht, Krebs auszulösen und die Lunge dauerhaft zu schädigen.

Putzen so schädlich wie Rauchen

Das Ergebnis einer Studie mit über 6.000 Teilnehmerinnen, die 20 Jahre lang von Forschern der Universität Bergen in Norwegen begleitet wurde, ist bedenklich: Der häufige Gebrauch von Reinigungsmitteln schädigt die Lunge höchstwahrscheinlich beträchtlich. Und zwar so sehr, als ob man über 20 Jahre hinweg täglich eine Schachtel Zigaretten am Tag geraucht hätte. Dieses Ausmaß der Lungenschädigung erstaunte die Wissenschaftler zunächst. "Wenn man sich jedoch vorstellt, wie die kleinen Partikel aus den Reinigungsmitteln inhaliert werden, die an sich dazu bestimmt sind, den Boden und nicht die Lungen zu reinigen, ist das vielleicht gar nicht so überraschend“, meint der Erstautor der Studie Øistein Svanes. Die Forscher vermuten, dass die Irritationen der Schleimhäute durch die Chemikalien auf Dauer die Atemwege verändern und schädigen. 

© iStock-Tatomm

Weniger ist mehr

Zum Glück muss es nicht immer das mit Chemie vollgepackte Multipowerspray sein: „Mit einem Allzweckreiniger, einem Handspülmittel, einer Scheuermilch und einem Reiniger auf Basis von Zitronensäure lässt sich fast der gesamte Haushalt reinigen“, empfiehlt das Umweltbundesamt. Generell gilt: Beim Putzen sollten die Fenster geöffnet sein und im fensterlosen Bad zumindest die Tür weit offen stehen und wenn möglich der Abzug eingeschaltet sein, sodass sich die aggressiven Dämpfe schneller verflüchtigen. Zudem dürfen verschiedene Putzmittel niemals gemischt werden. Die Substanzen können miteinander reagieren und giftige Gase bilden. Kopfschmerzen, Schwindel und Atembeschwerden sind erste Symptome einer Vergiftung.

Wer lieber ganz auf die Chemie-Keulen verzichten will, kann auf einige natürliche oder zumindest mildere Alternativen zurückgreifen wie z.B. Essig, Backpulver und Zitronensaft. Dies kommt zudem noch der Umwelt zu Gute. Denn über das Abwasser gelangen große Mengen, teils nicht abbaubarer Reinigungsmittel in die Kläranlagen und von dort in unsere Gewässer. 

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