Körperhygiene

Finger weg von Wattestäbchen: So werden die Ohren trotzdem sauber!

Viele Menschen benutzen ihr Leben lang Ohrenstäbchen ohne sich darüber Gedanken zu machen. Doch Experten raten von dem Gebrauch dringend ab, weil sie dem Trommelfell schaden können. Wie die Ohren trotzdem sauber werden…

© iStock-AndreyPopov

„Nicht in den Gehörgang einführen!“ steht auf der Verpackung von Wattestäbchen. Dennoch sind die kleinen Helfer bei der morgendlichen Hygiene sehr beliebt. Doch das herumstochern im Ohr ist riskant und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte warnen vor dem Gebrauch der Stäbchen: Sie können den Gehörgang und das Trommelfell reizen und verletzen – vor allem wenn sich Watte von dem scharfen Kunstoffstäbchen gelöst hat. Schmerzhafte Entzündungen können die Folge sein. 

Zudem können Wattestäbchen sogar das Gegenteil bewirken: Sie schieben den Schmalz immer tiefer in den Gehörgang und pressen ihn zusammen. Es bildet sich ein zäher Pfropf, der am Trommelfell klebt und das Gehör stark beeinträchtigen kann. Dann ist ein Gang zum Fachmann unabdingbar.

Ohrenstäbchen und -kerzen sind unnötig

Und nicht nur vor Q-Tips, sondern auch vor Ohrenkerzen warnen Experten. Die 20 bis 30 Zentimeter langen, hohlen, trichterförmigen Stäbchen werden in der Seitenlage ins Ohr gesteckt und angezündet. Sie sollen das Ohrenschmalz und den Dreck aus dem Gehörgang herausziehen. Wissenschaftlich bewiesen ist der Nutzen jedoch nicht und es besteht die Gefahr sich zu verbrennen oder das Trommelfeld zu verletzen.

Generell gilt: Unsere Gehörgänge reinigen sich von selber. Die feinen Härchen im Ohr transportieren den überschüssigen Schmalz, Hautschüppchen, Schmutz und Staub nach draußen. Mit einem angefeuchteten Waschlappen oder Wattepad kann der Rückstand sanft entfernt werden. Viele ekeln sich vor dem klebrigen gelben Sekret, doch an sich ist Ohrenschmalz etwas Gutes: Er hält die Haut im Gehörgang geschmeidig, verhindert, dass Keime eindringen, und befördert Schmutz und Hautschuppen aus dem Ohr.

Überaktive Drüsen: Mehr Ohrenschmalz als nötig

Manche Menschen produzieren allerdings übermäßig viel Ohrenschmalz. Wenn er nicht regelmäßig von Fachmann entfernt wird, bildet sich ein Pfropf. Die Betroffenen hören schlecht und haben ein Druckgefühl im Ohr. Der Arzt saugt den kleinen Schmalzklumpen meist ab oder entfernt ihn mit einem speziellen Häkchen. Sitzt der Pfropf sehr fest, spült der Arzt ihn mit lauwarmen Wasser heraus. Zu Hause sollte man dies besser nicht versuchen, denn es besteht die Gefahr, dass man sich mit der Spritze, zu hohen Temperaturen oder Druck das Trommelfell verletzt. Daher gilt: Wenn möglich zum Arzt gehen.

Sanfte Reinigung

Wem die Ohren-Hygiene sehr wichtig ist, kann beim Baden oder Duschen etwas Wasser ins Ohr laufen lassen. Man sollte jedoch nie den harten Duschstrahl direkt ins Ohr richten – auch Seife hat dort nichts zu suchen. All jene, die partout nicht auf ihre Wattestäbchen verzichten wollen, sollten zumindest auf Stäbchen für Babys umsteigen. Die Wattefläche ist größer, sodass man nicht versehentlich zu tief in den Gehörgang eindringen kann.

Wichtig: Die Region hinter den Ohren sollte jeder immer gut waschen und auch abtrocknen, um Entzündungen und Infektionen zu verhindern. Denn in der engen Falte sammeln sich leicht Keime. Wer zu trockener und juckender Haut neigt, kann ein paar Tropfen Babyöl in die Ohrmuschel geben und einmassieren. 

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