Krankheiten

Demenz: Ab wann ist Vergesslichkeit krankhaft?

Jeder vergisst mal einen Namen oder ein Datum, das ist normal und kann z.B. stressbedingt sein. Doch ein schlechtes Gedächtnis kann auch erstes Anzeichen einer Demenzerkrankung – allen voran Alzheimer – sein. Wie erkennt man den Unterschied?

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Wer von der Arbeit gestresst ist, psychische Probleme hat oder aber einfach nur müde ist, kann hin und wieder Schwierigkeiten haben, sich an etwas zu erinnern. Aber auch wer zu wenig getrunken hat oder mit einer Grippe im Bett liegt, den können Gedächtnisprobleme plagen. Tritt das ab und an auf, muss man sich in der Regel keine Sorgen machen.

Treten die Symptome allerdings mit zunehmenden Alter immer häufiger auf, sollte man sie nicht ganz unbeachtet lassen. Denn starke Gedächtnisstörungen können auf Demenz hinweisen. Im Jahr 2016 litten 1,6 Millionen Deutsche daran und die Zahl steigt stetig. Allen Demenzpatienten gemeinsam ist, dass ihre geistigen Funktionen nachlassen. 

Alzheimer: Wenn die Gehirnzellen schwinden

Die mit Abstand häufigste Gedächtnisstörung ist Alzheimer. Zwei Drittel der Demenzpatienten leidet daran. Hierbei sterben nach und nach Nervenzellen im Denkorgan ab. Da die Symptome schleichend auftreten, bemerken viele Menschen zunächst nicht, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Doch eine möglichst frühe Diagnose ist wichtig, da die Medikamente zu Beginn am besten wirken und das Fortschreiten hinauszögern können. Heilbar ist Krankheit bisher nicht. 

Neben Gedächtnislücken, die das Kurzzeitgedächtnis betreffen – wie einen Termin zu vergessen oder den Herd auszuschalten – weisen auch noch andere Symptome auf Alzheimer hin. Hier die wichtigsten: 

  • Betroffenen fällt es oft schwer Dinge – wie eine Reise – zu planen und Probleme zu lösen. Zudem kommen sie oft mit Zahlen nicht mehr zurecht, z.B. bei Rechnungen oder auch beim Backen.
  • Wer Alzheimer hat, kämpft oft schon mit eigentlich gewohnten Tätigkeiten, z.B. einen Urlaubsantrag zu stellen. Dagegen ist es kein Anzeichen für Demenz, wenn Senioren Schwierigkeiten haben das neue Smartphone zu bedienen.
  • Ebenfalls ein typisches Alzheimer-Symptom sind räumliche und zeitliche Orientierungsschwierigkeiten: Manchmal vergessen die Betroffenen das Jahr oder können die Uhr nicht lesen. Sich im Wochentag zu irren und es später selbst zu merken, ist dagegen kein Grund für Bedenken.
  • Viele Menschen mit Alzheimer leiden auch an Wahrnehmungsstörungen. Sie können Bilder schlecht erkennen und räumliche Dimensionen nicht erfassen. Auch vertraute Gesichter sind ihnen teils fremd.
  • Einige Betroffene haben auch neu erworbene Probleme beim Sprechen und Schreiben. Ab und zu ein Wort nicht zu finden, ist allerdings nicht schlimm. Wenn jemand aber Begriffe oft wiederholt, ihnen einer partout nicht einfällt oder er einen unpassenden verwendet, ist das ein Alarmsignal.
  • Viele Patienten verlegen oft Gegenstände oder vergessen, wofür sie da sind. Wer mal etwas kurzzeitig nicht findet, muss sich keine Sorgen machen. Bedenklich wird es hingegen, wenn der Autoschlüssel plötzlich im Kühlschrank liegt.
  • Einige Alzheimerpatienten haben auch ein eingeschränktes Urteilsvermögen etwa bei der Kleiderwahl. Sie ziehen z.B. Sandalen im Winter an.
  • Auch der Verlust von Eigeninitiative, etwa bei Hobbies oder Sport und der Rückzug aus dem sozialen Leben, können auf Alzheimer hinweisen. 
  • Bei manchen Betroffenen schwankt die Stimmung enorm. Auch können sie traurig, aggressiv oder unruhig sein. Die Krankheit verändert ihre Persönlichkeit.

„Wer sich Sorgen um sein Gedächtnis macht, sollte immer einen Hausarzt aufsuchen“, so der Rat der Alzheimer Forschung Initiative e.V.. Denn es könne nur im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung festgestellt werden, was die Ursache von Gedächtnisproblemen ist. 

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Dem Gehirnabbau vorbeugen

Es sind mehrere Faktoren an der Entstehung von Krankheiten beteiligt, bei denen die Nervenzellen des Gehirns zunehmend zerstört werden. Und auch die sogenannte gefäßbedingte Demenz, welche infolge von Durchblutungsstörungen entsteht, kann verschiedene Ursachen haben. Sie ist mit 15 Prozent die zweithäufigste Demenzform. „Der wichtigste Faktor ist das Alter, aber auch die körperliche Gesundheit, Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse spielen eine Rolle“, erklärt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAIzG). Nur in seltenen Fällen wird Demenz – darunter auch Alzheimer – vererbt.

Man kann Demenz also in gewissen Maß vorbeugen: Regelmäßiger Sport, eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Fisch sind wichtig. Auch mit Alkohol und Nikotin sollte man zurückhaltend sein. Darüber hinaus ist geistige Aktivität und Treffen mit Freunden und Familie gut für die Hirngesundheit. „Insgesamt wissen wir inzwischen, dass bei Menschen mit einem gesunden und aktiven Lebensstil eine Demenz zumindest um Jahre später auftritt. Es lohnt sich also, heute damit anzufangen!“, so der Demenzforscher Prof. Dr. Alexander Kurz von der DAIzG. 

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