Krankheit

Asthma: Was steckt hinter der verbreiteten Erkrankung?

Asthma ist in den letzten Jahrzehnten zur einer Volkskrankheit geworden. Mehrere Millionen Deutsche, insbesondere Kinder, leiden an der chronischen Atemwegserkrankung. Doch wie entsteht Asthma eigentlich? Und wieso wird es immer häufiger?

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Pfeifende Atmung, Kurzatmigkeit, ein Engegefühl in der Brust, Husten und anfallsartige Luftnot – diese Beschwerden plagen Asthmatiker. Grund dafür ist eine ständige Entzündung der unteren Atemwege, welche diese extrem empfindlich macht. Wenn nun etwas die Bronchien reizt, verengen sie sich, ihre Muskulatur verkrampft, die Schleimhaut schwillt an und gibt zähen Schleim ab. Die Asthmasymptome treten meist in Schüben auf und verschwinden nach einiger Zeit teilweise wieder. 

Besondere Vorsicht ist bei schweren Asthmaanfällen angeraten: Wenn die Atemwege durch die geschwollene Schleimhaut und verkrampften Muskeln verengt sind, fällt vor allem das Ausatmen schwer. Doch je schlechter die kohlenstoffdioxidreiche Luft aus der Lunge ausgeatmet werden kann, desto weniger sauerstoffreiche Luft können die Lungenbläschen aufnehmen. Der Betroffene wird kurzatmig, bekommt Luftnot und Angst. Solch ein Anfall kann Minuten bis mehrere Stunden andauern. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, denn im schlimmsten Fall kann ein solcher Anfall tödlich enden. Daher sollten Asthmatiker immer ein Asthmaspray mit sich tragen, das die Symptome rasch lindert.

Was hilft bei Asthma?

Langzeitmedikamente auf Kortinsonbasis sollen die Entzündung der Atemwege reduzieren und sie gegen äußere Reize unempfindlicher machen. In einer Asthmaschulung lernen die Betroffenen, wie sie mit Medikamenten, Änderung des Lebensstils und Atemtechniken ihr Asthma in den Griff bekommen. „Die Asthmatherapie sollte möglichst frühzeitig beginnen. Das ist wichtig, um Langzeitschäden zu vermeiden, aber auch, weil sich unbehandeltes Asthma ansonsten noch weiter verschlimmert“, so die Experten des Lungeninformationsdienstes. Heilen lässt sich die Atemwegserkrankung bisher nicht, obwohl tausende Wissenschaftler daran forschen.

Atemnot durch Tierhaare oder kalte Luft

Wie genau Asthma entsteht, ist noch nicht ganz geklärt. Doch es mehren sich die Hinweise, dass neben genetischen Faktoren Umwelteinflüsse das Risiko für die Krankheit erhöhen – allen voran Zigarettenrauch, verdreckte Luft, häufige Atemwegsinfektionen und Übergewicht. Doch Asthma ist nicht gleich Asthma. Man unterscheidet zwei Formen: das nicht-allergische und das allergische Asthma. Letzteres ähnelt einer Allergie: Das körpereigene Immunsystem reagiert auf harmlose Stoffe wie Tierhaare, Hausstaubmilben oder Pollen. Mit der Zeit können die Bronchien außerdem gegenüber anderen Stoffen empfindlich werden. Insbesondere Tabakrauch, verschmutze sowie kalte Luft, Stress oder körperliche Belastung können dann Probleme bereiten. Oft haben mehrere Familienmitglieder allergisches Asthma und es beginnt schon im Kindesalter – bei rund 20 Prozent verschwindet die Erkrankung als Erwachsener wieder und bei 40 Prozent werden die Symptome zumindest schwächer. 

Das nicht-allergische Asthma tritt meist erst im Erwachsenenalter auf. Die Betroffenen leiden auch an chronisch entzündeten und überempfindlichen Atemwegen. Auslöser der Atemprobleme sind jedoch keine Allergene, sondern Stress, Kälte, Autoabgase, Sport oder bestimmte Medikamente. Bei älteren Asthmatikern liegt oft eine Mischform aus beiden vor.

Asthma wird immer häufiger

Früher hatten wenig Kinder Asthma, heute leiden etwa zehn Prozent daran – Jungen öfter als Mädchen. Mitunter liegt dies daran, dass die Kleinen heutzutage sehr steril aufwachsen. Studien zeigen, dass Kinder von Bauernhof, mit vielen älteren Geschwistern oder Hunden seltener Asthma bekommen. Dahinter steckt die sogenannte Hygienehypothese: Wenn das Immunsystem keinen Keimen ausgesetzt ist, ihm also langweilig ist, fängt es an gegen harmlose Stoffe zu feuern. Ebenfalls negativ ist es, wenn Kinder nur kurz oder gar nicht gestillt werden und zudem noch als Kaiserschnitt zur Welt kamen. 

Unter den Erwachsenen leiden rund fünf Prozent an Asthma. Anders als bei Kindern sind hier Frauen häufiger betroffen – das Sexualhormon Östrogen macht sie anfälliger, das männliche Geschlechtshormon Testosteron dagegen macht die Haut dicker und schützt vor Allergenen. 

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